Wie reagieren Sie erfolgreich auf Digitalisierung und Vernetzung? Keynote Session von Tim Cole

Frankfurt, 22. Mai 2013 – „Wohin geht die Reise“? „Wie müssen Unternehmen strukturiert sein, wollen sie künftig erfolgreich sein?“ Und „wie schaffe ich es als Unternehmen, die besten Fach- und Führungskräfte der Branche an mich zu binden?“

Tim Cole, Erfolgsautor, Internet-Visionär und nach eigenen Aussagen der „dienstälteste Blogger“ – er hat bereits seit 1995 ein Online-Tagebuch geführt – beleuchtete in seinem ebenso praxisbezogenen wie auch visionären Vortrag am zweiten Tag der IMEX 2013, welche Herausforderungen sich Unternehmen heute stellen müssen und wie rapide sich die Rahmenbedingungen im beruflichen wie im privaten Umfeld ändern.

Der in Österreich und den USA lebende Verfasser des Erfolgstitels „Das Kundenkartell“ – vom Handelsblatt zu einem der 100 wichtigsten Wirtschaftsbücher aller Zeiten gewählt – startete zunächst mit einem Rückblick auf die letzten 20 Jahre und leitete daraus vier wesentliche Trends für die Zukunft ab.

Trend 1: totale Vernetzung

„Vernetzung bedeutet Veränderung – und damit meine ich nicht nur die rein technologische Dimension, sondern vielmehr die umfassenden Veränderungsprozesse in den Köpfen“ so Cole. So hätten sich die Unternehmen größtenteils „digitale Inseln“ entlang der gesamten Wertschöpfungskette geschaffen – mit eigenen Datenbanken und IT-Landschaften für Bereiche wie „Suppliermanagement“, „Mitarbeiter“ und „Kunden“. „Allerdings können Informationen nicht frei fließen, sie stecken regelrecht in einer Supplierdatenbank oder einem „CRM-System“ fest.“Unternehmen müssten sich zwingend mit dieser Tatsache auseinander setzen und proaktiv Lösungsmodelle hierfür finden. Ansonsten drohe das „IT-Chaos“, so der Experte. Dazu müssten ganzheitliche Geschäftsprozesse auf den Prüfstand gestellt werden, denn „es gibt Nichts, das so beständig ist wie alte Systeme“ so Cole weiter.

Trend 2: totale Auswahl

Der Kunden von heute habe so viele Auswahlmöglichkeiten und deshalb so viel Macht wie niemals zuvor, erläuterte Cole. Dies sei auf die vier Faktoren „umfassendes Angebot im Internet“, „vollständige Marktübersicht“, „Preistransparenz“ und die „laufende Möglichkeit zur Interaktion“ zurück zu führen. Die wachsende Komplexität der Märkte, einhergehend mit der Forderung der Kunden nach „Multi-Channel-Konzepten“ stelle die Unternehmen vor große Herausforderungen. Dazu komme, dass jeder Kunde völlig eigenständig entscheide, „anders ticke“ und deshalb generelle Handlungsabläufe erschwert abgeleitet werden könnten. So gebe es Kunden, die sich im Internet informieren und anschließend im stationären Ladengeschäft einkaufen, während andere Marktteilnehmer eher haptisch orientiert sind und sich das Produkt der Wahl im Geschäft ansehen, um es dann im Internet zum Bestpreis bestellen. Hier bleibe letztlich nur eine Wahl, so Cole – nämlich zum „Hofflieferanten des Kunden“ zu werden. Er frage sich deshalb oft, „warum Unternehmen ihr Hauptaugenmerk auf die Generierung neuer Kunden und Marktanteile legen – anstatt die Kunden, die sie bereits haben, anständig und dauerhaft zu betreuen“.

Trend 3: totale Kommunikation

Die neuen digitalen Möglichkeiten und die einhergehenden Veränderungen in den Köpfen haben zu einer Veränderung sämtlicher Kaufprozesse geführt. So sei „der Einkaufsprozess heute ein nebulöser Vorgang, geprägt von einer schier unfassbaren Anzahl an Kontaktpunkten – on- und offline – mit dem Unternehmen im Vorfeld“ erklärte der Experte. Unternehmen müssten sich deshalb zwingend eine eigene „Social Media Strategie“ überlegen, Guidelines hierfür entwickeln und diese auch im Unternehmen implementieren. Denn: „im digitalen Zeitalter wird jeder Mitarbeiter zum Pressesprecher – aber nicht Jeder ist dafür geeignet.“

Trend 4: markets on the move

Im vierten Trend sprach Cole von den „mobilen Nomaden” - von hochqualifizierten Fachkräften, die global vernetzt sind und vom Arbeitgeber erwarten, ihre Arbeit „von überall erledigen zu dürfen.“ Unternehmen müssten ihre Büroinfrastrukturen entsprechend anpassen und sich von alten Denkmustern befreien. Hier gebe es bereits erste vielversprechende Ideen und Konzepte wie die „nonterritorrial workspace-Modelle“, die zum Beispiel der ADAC einsetzt.

12:00|23.05.2013